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Asien,  Japan

7 Nützliche Tipps für Fotoreisen in Japan

Im Herbst 2019 hatten wir das Glück Japan bereisen zu dürfen und möchten euch in diesem Beitrag 7 nützliche Tipps für Fotoreisen in Japan geben. Japan war lange Zeit die Nummer Eins auf unserer Bucketlist, denn Animes waren in unserer Kindheit ein ganz prägender Bestandteil im TV! 😊 Ihr könnt euch demnach sicher vorstellen, wie aufgeregt wir waren. Und ja, Japan war unglaublich toll, aber in manchen Hinsichten auch anders als wir uns es ausgemalt hatten. Mit unserem Equipment im Gepäck waren wir bereit für ein neon-leuchtendes Tokyo, den magischen Fuji und das traditionelle Kyoto. Im folgendes haben wir einige nützliche Tipps, die ihr bei eurer Reisevorbereitung beachten solltet.

Nützliche Tipps für Fotoreisen in Japan

1. Richtiges Schuhwerk

OMG, während unserer Reise durch Japan sind wir sooo unglaublich viel gelaufen! Das richtige Schuhwerk rettet euch vor Schlimmerem als Schmerzen an euren Füßen. Allein Tokyo sind eigentlich 2 Städte – eine Stadt oberhalb und eine Stadt unterhalb der Erdoberfläche. Umsteigen von einer U-Bahn zur nächsten kann zu einem Fußmarsch von bis zu einem Kilometer bedeuten. Achtung Treppen! Wir dachten immer Japan wäre hochmodern, aber da Japan vor einigen Dekaden seine Hochphase hatte, sind damalige Bauten nun veraltet. Es gibt deshalb in den U-Bahn-Stationen nur vergleichsweise wenige Aufzüge oder Rolltreppen oder ihr müsst riesen Umwege laufen, um sie zu erreichen.

2. Öffentliche Verkehrsmittel

Wir raten euch dennoch die öffentlichen Verkehrsmittel zu nehmen, denn die Infrastruktur ist super ausgebaut und wir kamen ohne weiteres immer zu den von uns gewünschten Fotospots. Wir müssen hierbei erwähnen, dass wir immer darauf geachtet haben, wann der erste bzw. letzte Zug fährt, denn es herrscht kein Nachtverkehr. Verpasst ihr den letzten Zug, dann bleiben nur noch Taxen, die euch zur Unterkunft bringen können. Die sind allerdings sehr teuer. Übrigens gibt es an den Bahnstationen auch immer Schließfächer. Falls ihr also schnell zum Fotospot müsst bevor ihr zur Unterkunft fahren könnt, dann könnt ihr dort euer lästiges Gepäck verstauen.

U-Bahn Tokyo Japan Tipps Fotoreisen

Suica oder Pasmo Card

Suica Card

Richtig praktisch ist die sogenannte Suica Card. Das ist eine Plastikkarte, wo ihr ein Guthaben aufladen könnt, um damit Bahn- und Busfahrten oder sogar Einkäufe zu bezahlen. Mittlerweile gibt es ja auch bei uns das kontaktlose Bezahlen per Karte und genauso müsst ihr euch das mit diesen Karten vorstellen. Die Preise der Fahrten unterscheiden sich dabei je nach Länge der Fahrt. Daher ist es einfach und praktisch, denn ihr müsst nur eure Karte beim Ein- und Ausgang in der Bahnstation swipen und der Betrag wird automatisch abgebucht.

Leider ist das ganze System in Japan aber nicht einheitlich. Manchmal gibt es Busse, wo ihr nur beim Einsteigen oder nur beim Aussteigen eure Karte zücken müsst. Haltet hier nach Hinweisen an der Bushaltestelle oder im Bus Ausschau. Manchmal müsst ihr euch beim Umsteigen auch „ausloggen“ und wieder neu „einloggen“, weil sich das Bahnunternehmen geändert hat. Beispielsweise kommt es vor, wenn ihr per Bahn nach Odaiba (Tokyo) fahrt. Bei richtigen Bahnfahrten wird zudem von der Karte nur der Basis-Preis einer Zugstrecke abgebucht. Wenn ihr einen schnelleren Zug wie den Shinkansen nutzt, dann müsst ihr noch ein Zusatzticket kaufen, quasi für die Schnelligkeit. Sitzplatzreservierungen sind dann meistens noch mal extra, aber waren zu unserer Reisezeit nie nötig.

Pasmo Card

Die Pasmo Card ist übrigens genau das gleiche wie die Suica Card, aber von einem anderen Anbieter. Etwas unpraktisch für uns war, dass die Suica Card von der  East Japan Railway Company (JR East) ausgegeben wird und auch nur von dieser zurückgenommen wird. Wenn ihr also euer Restguthaben der Karte ausgezahlt bekommen wollt, dann müsst ihr die Karte auch wieder im Raum Tokyo abgeben. Wir sind von Nagoya zurückgeflogen und das ist JR Central Gebiet, ergo haben wir unsere Suica Card auch heute noch bei uns für die nächste Japan Reise. 😊

U-Bahn Tokyo Japan Tipps Fotoreisen

JR Pass

Wenn ihr richtig heiß auf Bahnfahren seid und wirklich immer nur kurze Zeit an einigen Spots seid, dann lohnt sich vermutlich ein Blick auf die JR Pässe. Mit denen könnt ihr für mehrere Tage unlimitiert alle möglichen Bahnen fahren.

Naja, leider nicht alle, denn es gibt zahlreiche Privatbahnstrecken, die nicht mit dem Pass genutzt werden können. Ihr solltet euch eure Route also genau vorher durchdenken und dann schauen, wie oft ihr tatsächlich mit dem Shinkasen unterwegs sein werdet. Die JR Pässe sind nämlich nicht gerade günstig. Bei unserer Reiseplanung, wo wir erst mehrere Tage in Toyko waren, dann per Privatbahn nach Kawaguchiko, mit dem Bus nach Mishima fuhren, anschließend mit dem schnellen Shinkansen nach Kyoto rauschten und von dort mit der Lokalbahn nach Osaka, Nara und schließlich per Expresszug nach Nagoya fuhren, machte es preislich und zeitlich gar keinen Sinn einen JR Pass zu nehmen. Die Lokal- und Expresszüge sind nicht so teuer. Einzig die Shinkansen sind echt preisintensiv, aber trotzdem meist sogar noch günstiger als eine Normalpreisfahrt mit dem deutschen ICE.

Bus

Busse sind ebenfalls eine tolle Möglichkeit umher zu reisen, denn das Bussystem ist ähnlich zuverlässig, wie das Bahnfahren. Es gibt aber folgendes Problem: Begrenzte Sitzplätze! Eigentlich wollten wir per Bus von Tokyo zum Fuji fahren. Als wir ein Ticket im Shinjuku Express Bus Terminal kaufen wollten, sagte uns die Dame am Schalter, der nächste Bus mit freien Plätzen geht erst in 5 Stunden! Alle anderen waren vorher bereits ausgebucht. Wir entschließen uns dann den Zug zu nehmen, der zwar langsamer war, aber immerhin sind wir sofort aus Tokyo weggekommen. Bei Bussen solltet ihr also am besten so früh wie möglich eure Fahrt buchen. Am besten noch vor dem eigentlichen Reisetag.

3. Tipps für Fotoreisen in Japan: Essen

Restaurants

Mit leerem Bauch lässt sich nicht gut fotografieren. So geht es uns zumindest immer. 😉 Neben schönen Fotomotiven, freuen wir uns bei Reisen auch immer über leckeres lokales Essen. Wir sind zum Glück nicht anspruchsvoll und probieren (fast) alles! An den Fotospots verlieren wir uns zeitlich oft und kommen am Ende nicht zum wohlverdienten Essen. Deshalb planen wir im vorhinein Zeit fürs Essen ein und suchen bereits nach Restaurants und Gerichten, die wir unbedingt essen möchten. Gerade in Großstädten solltet ihr für das Essengehen wirklich VIEL Zeit einplanen. Bei den beliebten Restaurants müsst ihr am besten vorher reservieren. Platz ist in Japan sehr begrenzt und viele Restaurants haben nur sehr wenig Tische. So mussten wir für eine Schüssel Udon Nudeln schon mal über eine Stunde in der Schlange warten bis wir zwei Plätze an der Bar ergattern konnten.

Udon Suppe Tipps Fotoreisen

Convenience Stores

Falls ihr es doch mal nicht schaffen solltet Essen zu gehen oder die Restaurants schon geschlossen haben, dann sind die Convenience Stores euer Retter in der Not! 7Eleven, Lawson, Family Mart etc. haben oft 24 Stunden lang geöffnet und bieten wirklich sehr gute Snacks und Fertiggerichte zum Aufwärmen. Das Aufwärmen gehört natürlich zum Service an der Kasse und ihr könnt das Essen auch meistens direkt dort verzehren, da es ein paar Sitzgelegenheiten gibt. Eine Besonderheit, die wir zumindest bisher nur in Japan entdeckt haben und die uns gerade bei den kühlen Herbsttemperaturen mega gut gefallen hat: Es gibt in den Convenience Stores auch warme Getränke, wie Tees, Kaffee usw. Das klingt erstmal nicht so außergewöhnlich, aber tatsächlich finden sich hier Regale mit Plastik- oder Aluflaschen, wie sie bei uns gekühlt werden, nur eben in beheizter Variante. Ihr müsst also keine Maschine in Gang setzen oder euren Tee ziehen lassen. 😊

4. Tipps für Fotoreisen in Japan: Unterkunft

Platz ist in Japan sehr begrenzt – oh hatten wir das gerade schonmal?! – deshalb stellt euch auf sehr sehr kleine Hotelzimmer ein! 😊 Unser großer Koffer sowie 2 Fotorucksäcke zu verstauen, ging gerade so. Wenn die Möglichkeit für euch besteht, solltet ihr unbedingt mal ein Ryokan ausprobieren. Diese traditionellen japanischen Häuser sind wirklich ein Erlebnis. Der Fußboden besteht aus Tatami Matten und geschlafen wird auf Futons, was wir als super bequem empfanden. Nachteile bei den Ryokans sind meist gemeinsame Waschräume und Toiletten, sowie eher dünne Wände.

Die berühmten Kapselhotels haben wir auf unserer Reise übrigens nicht ausprobiert. Dort sind die Schlafsäle nach Geschlechtern getrennt und für uns auch preislich daher nicht attraktiv gewesen. Vorteil bei den Kapselhotels ist, dass sie meist sehr zentral oder nahe an öffentlichen Verkehrsknotenpunkten gelegen sind. Für unsere Fotoreise haben wir bei der Suche nach der passenden Unterkunft immer Wert auf die Anbindung, Nähe zu den Fotospots, Preis und Privatsphäre gelegt.

Ryokan Futon Zimmer mit Fuji Blick Japan Tipps Fotoreisen

5. Tipps für Fotoreisen in Japan: Internet

Internet unterwegs zu haben, war für unsere individuelle Fotoreise essentiell. Wir haben das Internet benutzt um nach den öffentlichen Verkehrsmitteln, den Weg oder das nächst beste Restaurant zu schauen. Eine japanische Sim Karte für Touristen zu kaufen, ist allerdings sehr teuer. Daher solltet ihr schauen, ob ihr mit Offlinekarten bereits auskommt. Gut ist, dass es ÜBERALL in Japan WLAN gibt, d.h. falls ihr wirklich mal Internet braucht, dann ist es kein Problem welches zu bekommen. Das Unpraktische beim WLAN ist allerdings, dass ihr euch immer wieder per Email erstmal anmelden müsst bevor ihr Zugriff auf das Internet habt.

Wir hatten Glück, da wir aus Bangkok kamen und uns dort bereits eine günstige thailändische Touristen Sim Karte für Asien besorgt hatten. Diese stellte uns außerhalb Thailands für 10 Tage mobiles Internet bereit, welches wir in Japan und Vietnam genutzt haben. Da uns 10 Tage nicht ausreichten, haben wir einfach noch mehr Guthaben auf die Karte geladen. So konnten wir dann nach den 10 Tagen den Service für weitere 10 Tage per Code freischalten. Solche Reise SIM Karten sind in Deutschland leider auch noch ziemlich teuer. Wir hoffen, dass hier die Preise bald fallen werden, denn es ist schon praktisch, wenn man das Thema vor der Abreise bereits erledigt hat.

6. Tipps für Fotoreisen in Japan: Sicherheit bei der Fotoreise

Japan ist ein super sicheres Land, ABER auch wenn die Kriminalitätsrate sehr niedrig ist, heisst es nicht, dass es überhaupt keine Kriminalität gibt. Wir haben uns tatsächlich auf der gesamten Reise immer sicher gefühlt. Überall sind Überwachungskameras und an den öffentlichen Einrichtungen sind auch überall Wachleute, die auf Recht und Ordnung achten.

Dennoch haben wir in Tokyo tatsächlich einen Diebstahl live auf offener Straße miterlebt! Im High Society Viertel Roppongi wurde direkt hinter uns einer Frau ihre Handtasche entrissen. Der Dieb rannte daraufhin so schnell an uns vorbei die Straße entlang, schlängelte sich durch die Autos und bog in die nächste dunkle Gasse. Weg war er. Die Frau war so geschockt, dass sie nicht mal um Hilfe schreien konnte. Im Bruchteil einer Sekunde änderte sich unser Befinden und wir fühlten uns dort mächtig unwohl. Wenn uns jemand die Kamera stibitzt hätte, wäre das wortwörtlich der Weltuntergang gewesen! Auch wenn Japan also insgesamt sehr sicher ist und unser Erlebnis vielleicht wirklich ein seltener Zufall war, achtet bitte immer und überall auf euch und eure Wertgegenstände.

Straße bei Nacht mit Tokyo Tower Japan Tipps Fotoreisen

7. Tipps für Fotoreisen in Japan: Maid Café besuchen auf einer Fotoreise?

Habt ihr schon mal was von „kawaii“ gehört? Kawaii steht für „liebenswert“, „süß“, „niedlich“, „kindlich“ und diese einzigartige Kultur ist definitiv ein besonderes Erlebnis. Alles im Maid Café ist bunt, verkitscht und sogar unser Essen war zu einem niedlichen Teddybär geformt. Fotografisch ist es allerdings eine teure Angelegenheit, denn die Maids lassen sich nicht fotografieren. Um Fotos mit den Maids zu bekommen, reicht es nicht nur Gast im Café zu sein. Nein, ihr müsst dafür ein „All Inclusive Foto Paket“ kaufen, welches neben der Erlaubnis zu fotografieren noch ein Erinnerungsgeschenk beinhaltet. Zugegeben, wir waren zu geizig dafür. Dennoch werden wir dieses coole Erlebnis wohl nie vergessen! Das Essen zu fotografieren, war übrigens auch ohne Zusatzpaket okay. 🙂

8. Bonus-Tipp für eure Fotoreise in Japan

Die gute Nachricht zuerst: Japan bietet Unmengen an tollen Fotomotiven und viele Fotospots sind kostenlos und ganztägig zugänglich. Zum Sonnenauf/untergang bei den Spots zu sein, war deshalb nie für uns ein Problem, wie beispielsweise beim Fushimi Inari-Taisha. Die schlechte Nachricht: Es gab zu der Zeit, als wir Japan besucht haben, viele Baumaßnahmen, da Japan sich für die Olympischen Spiele 2020 herausgeputzt hat. Einige Spots waren daher eingerüstet (Kiyomizu-dera, Kyoto) oder wegen Renovierung komplett geschlossen (Nagoya TV Tower, eine der zwei Aussichtsplattformen des Tokyo Metropolitan Government Buildings). Aufgrund dessen würden wir höchstwahrscheinlich nicht nochmal ein Land direkt vor einem Großevent besuchen. Auch würden wir nicht direkt danach reisen, wenn es gehypt wird, sondern einfach ein paar Jahre abwarten.

Hochhaus am Abend in Tokyo Japan Tipps Fotoreisen

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