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Bangkok: Kudi Chin

Wie ihr vielleicht bei unserem letzten Beitrag zu Talat Noi hier in Bangkok bereits gelesen habt, suchen wir aktuell die eher unbekannteren Gegenden Bangkoks auf. Auch die Gegend der Kudi Chin Community liegt am Chao Phraya Fluss und hat einen besonderen Einfluss, nämlich einen portugiesischen. Wir haben uns dieses Ziel ausgesucht, weil wir dort etwas ganz besonderes Essen wollten, nämlich eine traditionelle portugiesische Süßspeise, die so schon über viele Generationen gemacht und verkauft wird. Außerdem gibt es dort noch eine wirklich schöne Kirche im portugiesischen Stil.

Kudi Chin: Einmal über den Chao Phraya

Dank der Linenverlängerung der U-Bahn MRT, lässt sich die Kudi Chin Gegend nun sehr leicht erreichen. Wir sind zur Haltestelle Sanam Chai (Königspalast) gefahren und dann weniger Meter zum Rajinee Pier gelaufen. Dort fährt für nur 6 THB pro Person eine Fähre gerade über den Fluss, was recht schnell geht. Auf der anderen Flussseite befindet sich sogleich eine wunderschöne mit Blumen verzierter Promenade entlang des Wassers, der auch direkt zur Santa Cruz Kirche führt. Bei der ersten Abbiegung rechts gibt es sogleich den kleinen chinesischen Schrein Kian Un Keng. Im Schrein selber durften wir zwar keine Fotos machen, aber von außen sieht er eigentlich ganz niedlich aus.

Kudi Chin: Die Odyssee zum Hintereingang

Unser nächstes Ziel war dann die Traditionsbäckerei Thanusingha und der Weg zu ihr war ein Abenteuer. Manchmal gibt Google Maps einem nicht den idealen Weg aus und wenn ihr in einem eng bebauten Wohnviertel Bangkoks unterwegs seid, dann gibt es dort so viele kleine Wege, Gänge und Gassen, das dies einem Labyrinth ähnelt.

Eigentlich nur einen Katzensprung vom Schrein entfernt, haben wir es irgendwie geschafft durch falsches Abbiegen die verwinkelsten Gänge zu durchqueren, sodass wir auf einmal unfreiwillig im Hinterhof einiger Anwohner standen, wo eine nette alte Dame den Weg fegte und man uns etwas überrascht beäugte. Wir durften dann ein kleines Türchen passieren zum nächsten Gang. Dort waren wir dann auf einmal an einem kleinen Klong-Kanal, den es zu überqueren galt, wo es aber keine Brücke gab, sondern nur sehr schmale Querbalken. Sicherlich könnt ihr euch denken, dass diese Klongs, wo das Wasser aufgestaut wird, nicht besonders wohlwollend riechen und man in Wassernähe hin und wieder von Mücken gepiesackt wird. Doch auch diese Herausforderung nahmen wir mit Bravur und fanden uns sogleich nach einem Balanceakt auf der anderen Seite wieder.

Dort wurde es dann mega eng und zu allem Überfluss war dort noch ein neugieriger aber zum Glück absolut ruhiger wuscheliger Hund, der auf uns zukam…. und zum Glück nur schnupperte. Und siehe da, ein paar Schritte weiter standen wir dann auf einmal vor dem Schild der Bäckerei. Dort mussten wir dann Klopfen und man führte uns durch den Hintereingang einmal durchs Gebäude zu der eigentlichen Verkaufstheke in der anderen Gasse.

Kudi Chin: Ein süßes Küchlein

Doch unsere Challenge Tour war noch nicht vorüber. Zuerst einmal hat uns wirklich überrascht, dass wir hier anstehen mussten, denn tatsächlich war an dem Lädchen einiges los. Als wir dann an der Reihe waren und unsere Auswahl trafen, kam leider die nächste große Herausforderung, denn dort konnte man uns keinen 1000 THB Schein kleinmachen. Weit und breit war kein Convinient Store (Kombini) zu sehen und nun standen wir da mit leeren Händen. Zu allem Überfluss schloss die Bäckerei auch noch in 5 Minuten, dass heißt, wir hatten auch noch absoluten Zeitdruck.

Ziemlich niedergeschlagen gingen wir dann den Gang weiter und erreichten zum Glück an der übernächsten Ecke einen kleinen Gemischtwarenladen. Dieser konnte uns den Schein klein machen. Yippie! Wir eilen zugleich schnell wieder zurück um dann doch noch 1 Minute vor Schluss zu unserem Küchlein, unserem Khanom Farang, zu kommen. Das war knapp und seit dem ist uns wieder klar geworden, dass wir immer erst die 1000 THB Scheine so schnell wie möglich klein machen müssen, da die normalen Leute so einen Schein in der Regel nicht wechseln können.

Kudi Chin: Die Santa Cruz Kirche

Tatsächlich ging es von diesem vorderen offiziellen Weg entlang des Baan Kudichin Museums, welches am Montag leider geschlossen hat, ziemlich problemlos und schnell zur Santa Cruz Kirche. Auf dem Weg passierten wir noch einen weiteren Verkaufsstand, der ebenfalls diese Art Küchlein anbietet und weitere spezielle Süßigkeiten. Auch hier schlugen wir noch einmal zu.

Von diesem Gang aus könnt ihr bereits die Kirche sehen, aber lasst euch davon nicht zu sehr ablenken, wie wir es taten, sondern biegt noch einmal kurz nach rechts ab, wo es tolle Street Art entlang einer Gasse zu sehen gibt. Zurück bei der Kirche könnt ihr sodann eine Kuchen-pause auf dem Kirchenvorplatz machen und das Treiben der Einheimischen beobachten.

Der Kuchen selber ist wirklich lecker und süß, etwas trocken und hat uns vom Geschmack an Eierplätzchen bzw. Löffelbiskuits erinnert. Auf ihm drauf sind Fruchtstücke zur Auflockerung. Wir empfehlen euch noch etwas leckeres zu Trinken dazu zu nehmen, ein einladendes Cafe haben wir in der Ecke aber leider nicht entdeckt.

Auch ein Blick in die Kirche lohnt sich, denn sie ist schlicht aber ziemlich schick. Wenn es dunkel wird, dann schaltet sich noch eine Beleuchtung ein, die die Kirche nochmal anders, vielleicht etwas asien-kitschig bunt erscheinen lässt. Für uns ging es dann auch wieder zurück zum Wasser und hier die sehr schöne Promenade entlang zurück zur Fähre. Damit war unser hürdenvoller, aber sehr spannender Nachmittagsausflug auch schon wieder vorbei.

Wie fotografieren?

Bei den engen Gassen solltet ihr den Weitwinkel nicht vergessen. Wenn ihr die Kirche abends fotografieren wollt, dann macht ein Stativ Sinn. Ansonsten viel Spaß beim Kuchenessen und entspannten Schlendern entlang des wirklich schönen Wegs am Fluss mit tollem Blick auf die Skyline.

Kamera-Einstellungen für das Titelbild:
f8
1/80s
ISO 100

Equipment:
Vollformat-Kamera
24-70mm Objektiv

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